Schon zweimal haben wir diesen Berg im italienischen Friaul ins Visier genommen, einmal zu Fuß und einmal mit dem Mountainbike. Und zweimal wurden wir klüger, scheiterten aber leider, da wir noch nicht die perfekte Abfahrt gefunden haben. Keine Linie, kein Flow, kein gutes Gefühl. Aber aufgeben? Keine Option. Dieser Gipfel ist einfach zu unglaublich. Und so starteten wir Anfang Juli 2025 zur dritten Scoutingtour. Bis zum Ende blieb es unklar, ob es diesmal eine perfekte Abfahrt geben wird.
Auffahrt und Bike tragen – Panorama und Geschichte
Anfang Juli 2025 reisen wir aus verschiedenen Winkeln Kärntens in Fahrgemeinschaften mit Autos in ein sehr abgelegenes Tal im norditalienischen Friaul. Für die Tour sind rund 1000 Höhenmeter geplant. Die ersten 400 Höhenmeter rollen wir entspannt auf einer Straße ein, bevor es steiler wird. Wir treffen eine Schafherde, die uns neugierig mustert. Danach heißt es: Bike schultern und rund 500 Höhenmeter tragen. Die Landschaft ist überwältigend schön. Grüne Hänge, felsige Spitzen, absolute Einsamkeit. Anstrengend? Sicher, aber die gute Laune und das Panorama lenken ausreichend ab. Fast am Gipfel stoßen wir auf einen alten Bunker aus der Kriegszeit – stille Zeugen einer anderen Epoche.







Am Gipfel angekommen – Besuch vom Schwalbenschwanz
Oben angekommen passiert erst mal nichts. Also wirklich nichts. Einsamkeit pur und absolut kein Geräusch ist zu hören, außer den Insekten. Philosophisch gesehen passiert natürlich unendlich viel. Wir legen uns ins Gras, atmen durch, essen unsere Jause und tanken Kraft. Absolute Stille. Kein Wind, kein Geräusch, außer das leise Summen der Insekten. Wir liegen im Gras und hören einfach zu.
Dann landet er. Ein Schwalbenschwanz-Schmetterling. Immer wieder kommt er zurück, über mehr als 30 Minuten hinweg besucht er immer wieder nur Christopher. Wahrscheinlich wegen seiner stylischen Brille. Schlussendlich gelingt endlich der fast perfekte Schnappschuss vom haarigen Landeplatz des Schmetterlings. Plötzlich kommt ein zweiter Schmetterling dazu, und die beiden tanzen wild und akrobatisch über uns in die Lüfte. Ein stilles und beeindruckendes Schauspiel in der klaren Bergluft.






Vorbereitung für die Abfahrt – Fokus und Vorfreude
Bevor es losgeht, genießen wir noch einmal das Panorama. Felsige Berggiganten im Hintergrund, tiefe Täler unter uns. Dann wird es ernst. Wir besprechen die Abfahrt. Die ersten rund 400 Tiefenmeter kennt RIDE.company-Guide Herwig bereits von früheren Versuchen. Danach wartet ein kurzer, unbekannter Gegenanstieg von etwa 100 Höhenmetern – und dann? Eine völlig unbekannte finale Abfahrt mit rund 500 Tiefenmetern. Spannung liegt in der Luft, da alle anderen Abfahrtsmöglichkeiten aufgrund extremer Schwierigkeit nicht zielführend sind.

Abschnitt 1 – Technische erste Abfahrt
Der Einstieg in den Trail ist ein Traum. Bergpanorama, schmale Trails, alpine Stimmung. Der Trail ist überwiegend S2, gespickt mit einigen S3- und sogar S4-Stellen. Steinig, fordernd, ehrlich. Wir schlängeln uns durch die Latschen, einfache Spitzkehren wechseln sich mit technischen und flowigen Passagen ab. Muskeln und Konzentration sind voll gefordert. Aber genau das macht den Reiz aus. Jede gemeisterte Schlüsselstelle fühlt sich wie eine kleine Belohnung an. So soll Mountainbiken im Gebirge sein: anspruchsvoll, aber fair.






Abschnitt 2 – Gegenanstieg, Überraschungen und Flow bis ins Tal
Wie erwartet müssen wir kurz tragen und schieben, um eine Scharte zu erreichen. Das ist eingeplant. Was dann kommt, nicht. Plötzlich ein neuer, wunderschöner kurzer Singletrail-Abschnitt. Danach ein Geröllfeld – überraschend, aber vieles davon ist fahrbar. Nicht jeder schafft alles, aber jeder probiert es. Der Spaß steht klar im Vordergrund. Und dann passiert es: Ein endlos scheinender, flowiger Singletrail zieht sich talwärts. S1, S2, flüssig, verspielt, einfach nur genial. Keiner kann es glauben. Der Trail trägt uns bis zu einem Fluss im Tal. Dort trinken wir alle das glasklare und eiskalte Wasser direkt aus dem Bach, da einigen bei der Tour das Wasser ausgeht und wir unser Wasser gemeinsam aufteilen. Von hier sind es nur noch fünf Minuten zu den Autos. Ein perfektes Ende für ein echtes Abenteuer.





Fragen? Oder willst du das oder Ähnliches selbst erleben?
Genau solche Tage sind es, für die wir bei RIDE.company brennen. Wir bieten individuelle Touren von leicht bis extrem, von eintägigen Abenteuern bis zu mehrtägigen Trips. Oder auch nur reine GPS-Tourplanung, Unterkunftsorganisation, Fahrtechnik-Kurse und Schrauber-Workshops. Oder alles kombiniert, alles aus einer Hand. Unsere Spielwiese ist Kärnten, Norditalien und Nordslowenien. Wenn du solche Momente selbst erleben willst, melde dich gerne bei uns.
Video
Danke an Stefan, der diese Tour mit seiner GoPro mitfilmte und ein lässiges, kurzes Video geschnitten hat. Viel Spaß beim Anschauen.
Text: Herwig Kamnig
Fotos: Herwig Kamnig
Video: Stefan Kircher
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