Ein hartes Abenteuer in Sella Neva – Bikebergsteigen Version light mit Bunker

Manche Touren fressen Körner. Andere Hirnschmalz. Und dann gibt es diese Sorte Tage, an denen einfach alles zusammenkommt. Sella Nevea, noch nie gehört? Ging uns ähnlich. Bis unser RIDE.company Guide uns mit einem Grinsen in diese wilde Ecke der Julischen Alpen entführte. Ausgangspunkt war ein ruhiges Tal im Friaul, nicht weit entfernt von Villach. Das Ziel: ein sehr kleiner, ausgesetzter Gipfel mit maximaler Aussicht und einer ordentlichen Portion Abenteuer davor und danach.

Erbarmungslos steil aber dafür ehrlich

Wir, vier motivierte und sehr gute Mountainbiker aus Wien mit einem Hang zu epischen Tagen, folgten dem extravaganten Plan unseres Guides. Die angekündigte Bikebergsteigen Tour Version light wurde deshalb als Light-Version kommuniziert, da die Trailabfahrt sich primär im Bereich S2 und S3 gestaltete mit nur wenigen S4 Stellen. Bei eine klassische Bikebergsteigen Tour können einen schon durchgehend S3 und S4 Passagen über viele Tiefenmeter erwarten. Der Einstieg hatte es direkt in sich. Eine steile Forststraße schraubte sich rund 400 Höhenmeter nach oben und verlangte schon früh einiges an Ehrgeiz. Kein Flow, nur Schweiß. Danach ging es nicht gemütlicher weiter. Weitere 400 Höhenmeter warteten, diesmal jedoch mit dem Bike am Rücken. Das Gelände wurde rauer, die lustigen Gespräche blieben und die schroffen, felsigen Bergwände kamen immer näher.

Schließlich war jedoch Schluss mit dem Rad. Das sehr steile Geröllfeld machte klar, dass hier kein Weiterkommen mit dem Mountainbiker weder aufwärts noch abwärts sinnvoll ist. Unser Guide hatte uns das im Vorfeld angekündigt, und so ließen wir die Bikes zurück und kraxelten zu Fuß die letzten Höhenmeter weiter zu einer Scharte.

 

Dunkle Bunkeranlage und alleine am ausgesetzten Gipfel mit Weitblicken

Die Sonne brannte inzwischen ordentlich. Ein dunkler Spalt im Fels eröffnete plötzlich ein neues Kapitel. Ein Bunkereingang aus der Zeit des Weltkriegs lockte uns in die Tiefe des kühlen und schattigen Berges. Stirnlampen an, der Pfad führte uns durch einen engen, leicht feuchten Stollen. Kein Geplauder, nur Schritte und leise Ahas und Ohs aber auch lautes Gelächter begleitete uns durch die Bunkeranlage. Verschiedene Räume und Schießscharten mit Ausblick wechselten sich ab. Am Ende der Bunkeranlage wartete noch ein kurzer mit Seilen versicherter Kletterabschnitt. Danach standen wir tatsächlich oben, auf einem winzigen, ausgesetzten Gipfel, kaum Platz für uns fünf. Bei diesem Bergpanorama war ein Gruppenfoto selbstverständlich Pflicht und das Grinsen viel sehr leicht nach den Strapazen diesen Gipfel zu erreichen.

 

 

Der Abstieg und die ersten Mountainbike Trails

Der Abstieg zurück zu den Bikes war technisch sehr steil, aber gut machbar zu Fuß, auch wenn unsere Mägen schon sehr hungrig und unsere Kehlen sehr durstig waren. Dann endlich saßen wir wieder im Sattel und bikten in eine erste Serie von Singletrails in einer unglaublichen alpinen Bergkulisse. Mal flüssig, mal herausfordernd aber immer zwischen Felsen.

Hütteneinkehr – wir waren die einzigen Gäste

Nach kurzer Zeit erreichten wir die bewirtschaftete Hütte mit einem riesigen Hunger und Durst. Und das Essen? Unterschiedliche Pasta, gegrillter Fisch, dazu gekühlte Säfte und frisches Wasser. Schlicht, aber doch außergewöhnlich lecker.

 

Epische lange Abfahrt mit Gegenanstiegen zu Beginn

Kaum aufgegessen, folgte der nächste Anstieg. Keine Pause, kein sanftes Ausrollen. Stattdessen noch ein Bonusgipfel. Wieder hieß es zuerst krz biken, dann schieben und tragen. Oben gab es zur Belohnung nicht nur eine felsige Kulisse zum Staunen, sondern auch eine spontane Fotosession.

Das große Finale ließ dann nicht mehr lange auf sich warten. Die finale lange Abfahrt war abwechslungsreich und es war alles dabei. Flowige Abschnitte wechselten sich mit technischen Passagen ab mit Aussichten, Steinen, Wurzelteppichen und Waldboden. Jeder Höhenmeter wurde zur Belohnung.

 

 

Bonus – Steinpilze gefunden und Abendessen fixiert

Unser Guide hatte einen Adlerblick und auch Erfahrung im Pilze finden und sammeln. Am Ende der Abfahrt blieb er plötzlich stehen und meinte, dass in diesem Waldabschnitt Pilze sein könnten. Nach einem sehr kurzen Abstecher in die Vegetation haben wir wunderschöne Steinpilze gefunden. Diese haben wir einem Restaurant in Italien übergeben und der Küchenchef hat uns leckere Steinpilznudel und Steinpilzrisotto gezaubert.

Klare Empfehlung für Menschen, welche solche Touren auch machen wollen

Die Tour ist nur für Mountainbiker mit sehr guter Kondition, mit der Bereitschaft die Bikes auch zu tragen und mit sehr guter Fahrtechnik für die Abfahrten geeignet. Sella Neva hat nicht nur Trails, sondern Charakter. Technik, Tragepassagen, Panorama, Geschichte und Kulinarik verschmelzen hier zu einem Tag, den man so schnell nicht vergisst. Wer bereit ist, sich auf ein Abenteuer einzulassen, wird mit einem unvergesslichen Erlebnis belohnt. Diese Tour findest du nicht auf den üblichen Tourenportalen im Internet und auch nicht in unserem Standardprogramm. Diese oder ähnliche Touren sind nur individuell buchbar bei RIDe.company, wobei wir viele Varianten in petto haben.

Text: Herwig Kamnig (aus Perspektive der Biker aus der Erinnerung als Guide)
Fotos: Herwig Kamnig

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