Friaul mit Tagliamento, Oktopus und viel Flow

Herbstliche sonnige Touren im Friaul gehören einfach zum Standardprogramm für waschechte Mountainbiker aus Kärnten. Nach nur einer Stunde Autofahrzeit von Villach durch das wunderschöne Kanaltal erreichten wir unser Ziel in der Nähe von Gemona und das schier unendliche Trail Eldorado. Seit vielen Jahren finden wir dort immer neue Trails. 

Tag 1:
Blauer Tagliamento und den Wald vor lauter weißen Bäumen nicht sehen

Nach gut 1300 Höhenmeter erreichten wir nach einer langen gemütlichen Asphaltauffahrt und einer Tragepassage durch den Wald plötzlich einen Gipfel mit Rundumaussicht. Der spektakuläre Tiefblick auf den 1500 Meter unter uns liegenden türkisblauen Tagliamento bleibt wohl in unseren Langzeitgedächtnissen erhalten.

Die ersten 400 Höhenmeter Abfahrt zirkelten wir durch die unzählbaren weißen Bäume auf dem markierten Weg. Jeder hatte so seine eigene Meinung über die perfekte Linie zwischen Felsen, Bäumen und Blättern was zu vielen Lachkrämpfen und vielen lauten Juhu Schreien führte. Erfolg und Misserfolg lagen oft nur wenige Meter auseinander. Gemeinschaftlicher Spaßfaktor pur.

 

 

 

 

Danach musste Florian unbedingt seine Seele in einem sehr individuellen alten Hängesessel auf einer Alm baumeln lassen. Leider hat die Statik gehalten, sehr zu unser aller Leidwesen. Schnell noch die restlichen 900 Höhenmeter Singletrail gebiked und dann ab ins Hotel nach Gemona.

Hotel und überraschende neue Kulinarik in Gemona

Wir haben schon viele Unterkünfte in Gemona ausprobiert. Diesmal waren wir im Hotel Da Si-Si: Günstiger Preis, sehr gastfreundlich, super Frühstück und solide Betten für tiefen Erholungsschlaf.

Kulinarisch kehren wir in einem wieder neu eröffneten Restaurant am Hauptplatz in Gemona mit neuen Pächter und Koch ein. Yes, da hat sich viel geändert zum Besseren. Neuer Name: Bastian Contrari. Neue Speisekarte: Italienische Klassiker und ausgefallene Spezialitäten. Bedienung: Extrem freundlich und zuvorkommend. Preis: Unglaublich günstig bei hoher Qualität. Mjamm, es war super lecker. Wir kommen wieder.

Tag 2:
Flow, Speed, stehenbleiben und lachen, Flow, Speed …. mehr geht fast nicht

Am zweiten Tag reisten wir weiter in den Süd-Osten. Am Plan stand ein berühmter Grenzberg zwischen Slowenien und Italien mit rund 1300 Höhenmetern Singletrail Abfahrt. Aufgrund des Schlechtwetters und der dichten Wolkendecke shuttelten wir diesen Berg soweit es ging. Zum Gipfel mussten wir unsere Bikes noch rund 300 Höhenmeter schieben.

Wow und Doppel Wow. Die nicht vorhandene Aussicht aufgrund der dichten Wolkendecke am Gipfel hatten wir sofort vergessen, als wir uns am Trail befanden. Flow, Speed, Flow, Speed, Stehenbleiben und gemeinsam Lachen, Flow, Speed und … ja, so ging das ganze 1300 Höhenmeter. Wir hatten von dem Trail gehört, aber dies mit dem eigenen Bike zu erleben war dann doch etwas ganz Besonders. Für Fotos war bei so viel Spaß diesmal keine Zeit.

 

 

Abkühlung im Brunnen und Heimreise

Traildog JoJo mit konditionellen Malamut Genen hatte sich sehr wacker bei den langen Speedstrecken gehalten und durfte sich natürlich angemessen in einem Brunnen abkühlen während das Shuttleauto vom Berg geholt wurde. Bei unserer Heimreise durch das berühmte Socca Tal sinnierten wir über die vergangenen zwei Tage und die Berge rund um uns wo wir schon waren und noch sein wollen.

 

 

Text: Herwig Kamnig
Fotos: Herwig Kamnig