Über den Dächern von Kärnten, Slowenien und Italien

Das 360 Grad Panorama bei unserer südseitigen Frühligstour in den Karawanken entzückte unsere Herzen. Die Abfahrt stellte uns vor einige Herausforderungen und bescherte uns als Belohnung einen breiten Dauergrinser.

Von Kärnten aus betrachtet, wirken die Karawanken recht schroff und zumindest für Biker ziemlich abweisend. Die slowenische Südseite, von Villach in ca. 40 Autofahrminuten erreichbar, ist anders, freundlicher, einladender und flowiger. Es führen Forstwege bis hoch hinauf, die Trails sind in hervorragendem Zustand und die Aussichten von den vielen Gipfeln bieten einen Rundumblick nach Kärnten, Italien und Slowenien.

Schneefrei und sonnig im Frühling Richtung Gipfel

Im Frühling hat man auf der Südseite der Karawanken den Vorteil, dass die Sonne dem Schnee recht bald ein Ende setzt. So haben wir uns Mitte Mai auf gemacht die slowenische Seite wieder einmal etwas besser zu erkunden. Dies war zu Saisonanfang wieder eine Herausforderung, weil die Forststraßen teilweise abartig steil sind. Die letzten Höhenmeter zu unserem Gipfel erreichten wir nach rund einer Stunde Bike schieben und Tragen auf dem Grenzkamm zwischen Österreich und Slowenien bei durchgehend atemberaubender Aussicht. Die Strapazen haben sich vielfach ausgezahlt.

 

360 Grad Panorama am Gipfel

Oben angekommen eröffnete sich das volle Panorama. Im Norden zu unseren Füßen die berühmten Kärntner Flüsse und Seen, die Hohen Tauern auf unserer Augenhöhe, nach Osten und Westen die gesamte Kette der Karawanken und im Süden so ziemlich allen hohen Gipfeln des Triglav Nationalparks. Ein Traum! Ein echtes 360 Grad Panorama.

Abfahrt und die Karawane

Wir blickten vom Gipfel Richtung Trailabfahrt. Eine kleine Karawane von Wanderern befand sich gerade im Aufstieg in unsere Richtung. Als wir diese bei unserer Abfahrt passierten, geschah wieder mal das Übliche: Gelächter, Freude, Anfeuerung, Neugierde, wir als Fotomodels und Gespräche. Positives Aufeinandertreffen mit gegenseitigem Respekt, wieder einmal.

Akribischer Hüttenwirt und die saubersten Stufen

Bei unserer Abfahrt kreuzten wir eine bewirtschaftetet Berghütte und den Hüttenwirten am Trail. An diesem Tag hatte er sich der akribischen Wegpflege verschrieben und putzte den Weg zur Hütte fein säuberlich aus. Kein einziges Staubkorn oder Blatt war mehr zu sehen. Einfach unglaublich. Wir trauten uns gar nicht weiter zu fahren und suchten das Gespräch. Grinsend winkte er uns freundlich durch und wir genossen eine Stufe nach der anderen. Davon gab es nämlich mehr als genug. Die griffigen, trockenen Holzstufen bildeten mit natürlichen Felsformationen eine herrliche Spielwiese, die unsere Köpfe bei der elegantesten Linienwahl so richtig zum Rauchen brachten.

 

Dann kam der Flowtrail

Weiter unten wurde der Trail dann immer schneller und flowiger, aber damit nicht unbedingt viel leichter. Immer wieder machten wir Rast bei besonderen Aussichtspunkten oder einem Wasserfall im Wald. Unsere Konzentration war bis zum Schluss gefordert.

Conclusio

Eine herrliche Tour, welche Fahrkönnen und Kondition in komplexer Weise fordert und eine mehr als überaus großzügige Belohnung offeriert. Genau so soll es sein.

Text: Florian Maierhofer, Herwig Kamnig
Fotos: Florian Maierhofer, Herwig Kamnig, Felix Erhard